Archiv für Januar 2011

Von Online-Kommunisten über „Boykott Israel“ zum Anti-Deutschen Faschisten

Und noch einer aus der Fundgrube der unveröffentlichten Texte (der wirklich letzte Beitrag von mir in diesem Blog):

Soeben habe ich auf Telepolis vom „Braunbuch“ gelesen und wollte dazu ein wenig recherchieren. Was eignet sich dafür besser als Google.cn? Eben – Google.de – und schwupps, lande ich auf einer Seite, die mir noch in gruseliger Erinnerung ist – Kommunisten-Online. Im grandiosen Stil der 90er Jahre (JuzI.de & Goest.de lassen grüßen), wirkt diese WebFront auf mich wie eine Mischung aus Kampf und Krampf, jede Menge Glorifizierung, militärischem Gehabe, Volk hier, Volk da, Arbeiter hier & Arbeiter da. Tja, und während die DDR als antifaschistisch bezeichnet wird, ruft man nebenbei zum Boykott von Waren aus Israel auf (kommt mir bekannt vor) und verlinkt nebenbei auch noch – vermutlich der peinlichen Vollständigkeit halber – diesen grandios-peinlichen Anti-Anti-Deutschen Song (Die Bandbreite). Ich habe erst einmal grundsätzlich ein Problem damit, mich mit irgendeinem Staat auf dieser Welt zu identifizieren solidarisieren, aber das scheint langsam aus der Mode zu kommen… na ja, was man auf dieser Homepage sonst noch lesen kann, stinkt so unglaublich nach dogmatischem Ideologie-Gerülpse, dass ich von Klick zu Klick dem Kotzen näher komme.

Der Anti-Deutsche (Schall und Rauch / Infokrieg):

Anti-Deutsche Welle:

Soldaten: Brutale Mörder? Ach, hör‘ mir doch _damit_ auf!

Huch, den hatte ich wohl vergessen zu veröffentlichen…

Wenn die Allgemeinheit wieder einmal über Missstände in diesem Land empört ist, so zucke ich regelmäßig verdutzt mit den Achseln. Das ist doch alles nicht neu – so denke ich. Das ist doch allgegenwärtig – verdammt! Und ich frage mich: Wo zum Geier leben die denn? Manchmal kommt es mir so vor, als würden diese ganzen Leute im Lila-Laune-Bär-Land leben, wo artig 40 Std. die Woche malocht wird und die restlichen 72 Std. gefressen, geglotzt und gestammtischt wird. Ein Wunderland, für das ich keinen Fahrschein besitze. Ein blinder Passagier – ohne ökonomischen Verwertungszweck, wie es sich doch für ein vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft, ein Mensch erster Klasse, gehört. Eine Fahrt im Sonderzug durch’s Kackland.

Wo waren wir? Ah ja, Mörder in Uniform, staatlich bezahlter, menschlicher Abfall erster Klasse – Soldaten. Oh je, überhaupt nicht korrekt – es sind ja auch nur Menschen – zwar Menschen, die dafür bezahlt werden, für beschissene Interessen andere Menschenleben zu zerstören und auszulöschen – aber hey: Immerhin für das Wohl der „besseren Menschen“ und im Zweifelsfall für Demokratie und Frieden, nicht wahr? Zynisch? Vielleicht.

Bei der (nicht mehr) aktuellen Empörungswelle über „brutale Rituale in der Bundeswehr“, scheint sich so mancher Bürger beschämt fühlen. Das passt ja auch nicht zu dem Bild, welches uns in den unzähligen N24-Wehrmachts-Waffen-Militär-Dokus Tag für Tag präsentiert wird. Da wird sich doch ernsthaft darüber aufgeregt, dass vom Steuerzahler bezahlte Mörder wohl offensichtlich mehr als nur einen Knacks in der Birne haben und sich tatsächlich darüber gewundert, warum es immer wieder Berichte über Neonazismus, Rassismus, nachgestellte Folter- und Vergewaltigungsvideos und „ekelerregende“ Aufnahme-Rituale und Exzesse gibt. Ich weiß ja nicht, welches Bild diese Damen und Herren vor ihrer reflexartigen Empörung von SoldatInnen hatten und das dieses Bild einer „sauberen Bundeswehr“ nun womöglich etwas ruiniert wurde, aber anders lässt sich so eine miese Moralapostelei doch nicht erklären, oder?

CCCPUNK sagt Tschüss!

Mit einer kleinen Portion Dramaturgie schließe ich nun diesen Blog. Wir schreiben den 01.01.2011, 01:01 Uhr. Es wird keine weiteren Beiträge und keine aktualisierte Konzertvorschau mehr geben. Meine Kontaktseite auf privacybox.de und mein Twitter-Account sind gelöscht. Mein Dank geht raus an Blogsport.de und alle Quellen, die ich für viele meiner Blogbeiträge nutzen konnte!

null

Macht’s gut, Glück auf, gehabt Euch wohl – genau genommen Göttingen asozial!
cyberpunk




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