Fällt aus: Chefdenker am 10.12.2010 im JuzI Göttingen

Update: E-Mail vom JuzI an Chefdenker /// Update Ende ///

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Für diversen Diskussionsstoff sorgte bei mehreren JuzI-Plena das anstehende Konzert von Chefdenker, respektive der Song „Facetten der Liebe“.


Chefdenker – Facetten der Liebe (Album:“16 Ventile in Gold“, 2003)

Auf einem Himmelbett in unserer Hochzeitsnacht
Da hab ich Dir im Suff ein Kind gemacht
Ich hab mich sehr über die Abtreibung gefreut
Und Rosenblätter auf Dein Bettlaken gestreut

Chorus:
Ich möchte dass Du Casablanca
Mit mir im Freilichtkino guckst
Ich möchte dass Du meinen Samen
Beim Sportschaugucken schluckst

Ich will Dich mit ner Flasche Bier im Arschloch sehn
Und mit Dir im Park die Schwäne füttern gehn
Ich hab zwei Flüge nach Paris für uns gebucht
Du hast den Louvre ich den Kinderstrich besucht

Chorus:
Ich kotz Dir auf den Bauch
und ich schreib Dir ein Gedicht
Ich hab zwei Karten für die Oper
Und ich scheiß Dir ins Gesicht

Brücke:
Unsere Liebe war ein buntes Mosaik
In tausend Farben aus tausend Steinen
Als Du letztens gestorben bist
Musste ich sogar ein kleines bisschen weinen

Chorus:
Bis dass der Tod uns scheidet
Haben wir uns zwei geliebt
Du wusstest nie wie viele Frauen
Es in meinem Leben gibt
Damals war uns das egal
Und ich habs Dir nie gesagt
Doch ich hab dich nie belogen
Denn Du hast mich nie gefragt.

Den Chefdenkern wurde nahegelegt, diesen Song nicht zu spielen. Außerdem möge man doch bitte die Hosen anbehalten. Daraufhin haben Chefdenker das Konzert abgesagt. Auf Facebook äußerten sich Chefdenker so:

Der Veranstalter hat uns im Plenum wegdiskutiert. Da kann man nichts machen. Wir werden sicherlich in 2011 in Göttingen wieder einen Termin finden.

Thomas (Chefdenker)

Ich sag‘ dazu jetzt besser nichts. Nachdem nun Youth Brigade nicht mehr spielen, weil sie zu viel Kohle haben wollten, fällt nun ein weiteres Konzert aus. Ganz schöner Kackmist!

„…das deutsche Reine trinkt ihr nicht, ihr Homos wisst noch nicht mal wie man säuft!“
cyberpunk

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36 Antworten auf „Fällt aus: Chefdenker am 10.12.2010 im JuzI Göttingen“


  1. 1 ncored 04. Dezember 2010 um 10:50 Uhr

    da bin ich ausnahmsweise mal froh über die von staatl. geprüften sozialpädagogen geleiteten Juzes bei uns in der gegend. die hinterfragen sowas meistens nich und lassen die bands spielen.

  2. 2 John Stuart Mill 04. Dezember 2010 um 15:06 Uhr

    Tja, das zeigt mal wieder die unglaubliche Borniertheit vieler Szenelinken. Wer nicht ins Raster passt muss sich anpassen oder draußen bleiben. Ein schönes Armutszeugnis hat das Juzi da abgeliefert, mit Chefdenker eine der intelligentesten deutschsprachigen Bands zu vergraulen. Die Begründung, die Gewaltdarstellung sei dabei zu krass ist einfach albern. Bands nur spielen zu lassen, wenn sie gewisse Zensurbestiummungen erfüllen ist genauso totalitär, wie jede andere Form der Zensur.
    Es scheint, als seien Chefdenker einfach zu individuell und originell, als dass sie in diese enge, und zwanghafte Welt passen, ein sehr trauriger Umstand.

  3. 3 Zack 04. Dezember 2010 um 15:58 Uhr

    Ich bin dafür das ab jetzt keine Band mehr im JuzI spielt, welche das Thema Krieg in ihren Texten behandelt. Das ist mir nämlich zu krass.

  4. 4 zweig 04. Dezember 2010 um 17:53 Uhr

    Am besten, ab sofort nur noch Techno und Checker Parties im JUZI,
    für alles andere gibt es keine Zukunft! Scheisse!!!

  5. 5 Zack 04. Dezember 2010 um 18:57 Uhr

    Coverband ist die zukunft!

  6. 6 kennste 04. Dezember 2010 um 19:10 Uhr

    dann muss das juzi erstma ne liste schreiben, welche songs man covern darf. Aber die haben ja anscheinend genug Zeit für sowas, wenn sie auch tagelang drüber diskutieren können, wie man die Texte von Claus möglichst verbotstauglich auslegen kann.

    Punkrock kann und darf alles!

    … und Chefdenker sowieso!

  7. 7 ncored 04. Dezember 2010 um 20:09 Uhr

    in 10 min gehts los zu: tada CHEFDENKER :)
    euch allen noch nen schönen abend.

  8. 8 Simon 05. Dezember 2010 um 0:07 Uhr

    Chefdenker hält euch den Spiegel der Gesellschaft vor, der Macker , die nach dem Rausschmiss im EinsB , im Juzi zu billigen Techno abspacken und danach das Juzi als Assoziales Erlebniss abstempeln in dem Penner, Alkoholiker und Linke ihr Harz4 Geld versaufen.
    JUZI , SUPER Eigentor.

  9. 9 Lönz 05. Dezember 2010 um 2:26 Uhr

    Von wegen tolerant und so, man kanns auch übertreiben ZensurZI

  10. 10 zweig 05. Dezember 2010 um 10:37 Uhr

    Nun denn, dann geht´s halt auf am 26.12.10 nach Holzminden, das ist sogar auch noch in Südniedersachsen. Falls es nicht noch abgesagt wird…

  11. 11 genervt 05. Dezember 2010 um 21:53 Uhr

    Diese Kommentare hören sich mal wieder ganz nach Menschen an, die nur pöbeln können. Wahrscheinlich geht auch keiner zum K.O. denn dann könnte Mensch ja sowas beeinflussen mit konstruktiven Beiträgen. Und was fällt hier Leuten ein über die Grenzen anderer Leute zu urteilen? Ich finde die Kommentare einfach nur peinlich!

  12. 12 doppelell 05. Dezember 2010 um 22:40 Uhr

    Ich war da und die Leute haben definitiv ne Macke. Und deine Grenzen sind mir scheissegal.

  13. 13 genervt 07. Dezember 2010 um 3:30 Uhr

    na dann schmoll mal weiter. Wenn du meinst die Grenzen anderer Menschen sind egal, dann ist das Juzi vieleicht auch der falsche Ort für dich. Ich find es schade das Chefdenker, weil sie darum gebeten werden ein Lied nich zu spielen, nicht auftreten, aber das ist einfach nur peinlich für Chefdenker!!

    Edit von cyberpunk: Da „genervt“ wohl versehentlich meinen Namen verwendet hat, stammt wohl folgender Kommentar auch von ihm.

    na dann schmollt mal weiter. Ich find einfach nur peinlich, das Chefdenker das Konzert absagen, weil sie gebeten wurden ein Lied nicht zu spielen. Und um meine Grenzen ging es nicht, aber wenn dir Grenzen anderer Menschen egal sind, dann ist vieleicht das Juzi auch der falsche Ort für dich.

  14. 14 cooler Parkplatz 07. Dezember 2010 um 14:37 Uhr

    Wieso peinlich für Chefdenker?
    Weil sich die Band nicht „zensieren“ lassen will?
    Weil damit die „Grenze“ von Chefdenker erreicht is?
    Ich weiss nicht ob man das KO noch als alternativ oder
    doch schon eher als konservativ bezeichnen muss!
    P.S.:
    Und das cyberpunk und genervt ein und dieselbe Person sind,
    ist also nicht peinlich?

  15. 15 cyberpunk 07. Dezember 2010 um 16:49 Uhr

    Ich schreibe hier grundsätzlich und ausschließlich als cyberpunk. „genervt“ hat sich vermutlich versehen und deshalb nach sechs Minuten einen ähnlichen Beitrag erneut verfasst. Hab’s zusammengefügt.

  16. 16 cyberpunk 07. Dezember 2010 um 16:57 Uhr

    Update: Hier nun die E-Mail vom JuzI an Chefdenker:

    Hallo Chefdenker,

    vor einigen Tagen wurde im Hinblick auf das anstehende Konzert mit euch Kritik an euren Texten (insbesondere „Facetten der Liebe“) in das Hausplenum getragen. Daraufhin wurde im Haus über einige Texte diskutiert und eine Zusammenfassung des Diskussionsverlauf möchten wir auch euch zukommenlassen. Wie ihr dem Text entnehmen könnt, wollen wir nicht, dass „Facetten derLiebe“ hier im JuzI gespielt wird. Wir wollen es aber auch nicht verbieten.

    Wir hoffen auf euer Verständnis

    Viele Grüße Juzi-KO

    Anmerkungen zum Chefdenker-Konzert

    Am 10. Dezember sollen die Chefdenker im Juzi auftreten. Kritik, die an Texten der Band beziehungsweise deren Vorgängerband Casanovas Schwule Seite geäußert wurde, führte zu einer langen Diskussion. Um es gleich vorweg zunehmen, so richtig glücklich sind wir mit dem Ergebnis unserer Diskussion nicht. Die Positionen liegen unvereinbar weit auseinander, der letztendlich gefundene Konsens ist kaum als Ergebnis zu bezeichnen und strapaziert die Kompromissbereitschaft aller aufs äußerste. Umso wichtiger ist es uns, die verschiedenen Positionen der Diskussion möglichst genau wiederzugeben. Zum einen soll unser Ergebnis erklärt werden, zum anderen wollen wir damit aber auch andere Leute auffordern die Diskussion aufzugreifen, weiter zu führen und für die Zukunft vielleicht andere Lösungsansätze zu erarbeiten.

    In der Diskussion war relativ schnell klar, dass wir kein grundsätzliches Auftrittsverbot für Chefdenker haben wollen. Viele Texte bedienen sich zwar einer drastischen Sprache, allerdings ist in den stark überzeichneten Texten die Ironie für uns als Stilmittel klar erkennbar. Mensch kommt nicht auf die Idee, hier könnten sexistische Zustände beschönigt werden. Sehr uneins waren wir aber bei der Bewertung und Umgang mit „Facetten der Liebe“. Aus Sicht eines Gewalt ausübenden Mannes wird eine Zweierbeziehung beschrieben. Bürgerlichen Klischees wie Paris-Besuch oder Schwäne füttern werden Gewaltszenen gegenübergestellt. Wir sehen in dem Aufbau des Textes eine bewusste Entscheidung der Band. Die vermeindlichen Gegensatzpaare beschreiben Beziehunsalltag wie ihn viel zu viele erleben. Die drastischen Bilder verdeutlichen, dass das Gewaltförmige oft Bestandteil einer Beziehung ist oder sein kann. Also auch dieser Text ist für uns als Kritik an sexistischen Zuständen zu verstehen, wenn sich einige auch eine deutlich formulierte Kritik gewünscht hätten. Trotz, oder gerade wegen der drastischen und durchaus realen Bilder, die der Text beschreibt, stellt „Facetten der Liebe“ für einige von uns aber eine Grenzüberschreitung dar. Nicht nur Menschen, die selbst sexuelle Gewalt erlebt haben, werden mit den Bildern, die das Lied erzeugt, alleine gelassen. Nicht jeder, auch noch so realen Darstellung von Brutalität muss im Juzi eine Plattform geboten werden. Dem bewusst gewählten Stilmittel auf der einen, steht auf der anderen Seite eine Grenzverletzung gegenüber. Können einige von uns einen solchen Text als bewusste Kritik an gesellschaftlichen Zuständen auf der Juzi-Bühne akzeptieren, haben für andere solch krasse und drastischen Gewaltbilder im Juzi keinen Platz.

    In dieser Situation haben wir uns entschieden Chefdenker aufzufordern, das Lied „Facetten der Liebe“ am 12. Dezember nicht zu spielen. Da wir aber die Stilmittel einer Band, Kritik zu formulieren nicht zensieren wollen, können und wollen wir das Lied im Juzi nicht verbieten. Unsere Diskussion zeigt, dass wir unterschiedliche Grenzen haben und wir keine allgemeingültige auch in der Zukunft anwendbare Grundlage finden konnten, die ein Verbot rechtfertigen würde.

    Wir hoffen, dass unsere Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben deutlich geworden sind. Und vielleicht hat ja jemand anderes bessere Ideen, wie in solchen Situationen verfahren werden kann.

    Juzi-KO im November 2010

    Chefdenker kommentieren diese Mail auf Faceb00k so:

    Nach dieser E-Mail des Veranstalters, haben wir unseren Auftritt im Juzi Göttingen leider absagen müssen. Wir hätten ansonsten 90 Minuten ausschliesslich das Lied „Facetten der Liebe“ gespielt (ohne Hosen).

    Das Konzert werden wir versuchen in 2011 nachzuholen.

    Wir bitten um euer Verständnis.

    Viele Grüße Eure Chefdenker

  17. 17 Timo 07. Dezember 2010 um 18:29 Uhr

    Ich kann mich manchen „Vorschreibern“ auch nur anschließen…
    Es ist wiedermal der absolute Hammer und auch wieder mal ein super Argument dafür, welches mir zuvor nur durch Gerüchte zu Ohren kam….Ich erinnere mich auch wage an das Bild links neben der Bühne an der Wand…..frei denken, frei entscheiden und lassen….das sollten sich die Maler als erstes zu Gemüte führen und sich selbst mal besser reflektieren, bevor sie sich überhaupt als sozialpädagogisch bezeichen ….Chefdenker haben es somit erst gar nicht verdient dort zu spielen, da ihr Auftreten ja vor ab schon in den falschen Hals gerät und mit politischer Engstirnigkeit und fanatismus entgegen getreten wird….Ein Kompromiss wäre wünschenswert gewesen, dennoch hat sich Claus wahrscheinlich dasselbe gedacht und sagte lieber ab, als sich wieder für IRONIE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! rechtfertigen zu müssen

    Schönen scheiß Tag noch

    Timo

  18. 18 Total GENERVT 07. Dezember 2010 um 18:45 Uhr

    Die Grenzen anderer…wo fangen sie an und wo hören sie auf, wenn man schon so wieder anfängt in diesem kleinkariertem Sinne….ja meine Grenze wird auch überschritten, wenn elektro im Juzi gespielt wird…nimmt auch keiner Rücksicht drauf…oder wenn eine über Autos anzünden singt…da fühle ich mich als PKW Besitzer auch angegriffen…konsequenz….ich bleib diesen Tag daheim…Konsequenz für „genital-scheue“ zu Hause bleiben …ganz einfach oder?? Chefdenker haben es richtig gemacht sich dieser Bewertung eben nicht zu beugen und sich „anzupassen“ was auch mal in der linken Szene son Argument war,oder??? SELBSTVERRAT

  19. 19 ein nachdenkliches wesen 08. Dezember 2010 um 1:19 Uhr

    gerade nach dem 2:1 gegen benficka bitte ich doch über den knochenfabrik-text von „fickensaufenschalkeoi“ nachzudenken: er geht: „fickensaufenschalkeoi“…

  20. 20 fork 08. Dezember 2010 um 7:38 Uhr

    I
    solange jeder individuelle schwachsinn zur erntzunehmenden meinung erhoben wird anstatt nach maßgaben der vernunft zu urteilen, sollte man evlt nicht das konsens- sondern mehrheitsprinzip anwenden.

    II
    an die schlaumeier mit den ewigen hinweisen, man solle doch selber zum KO kommen und mitwirken: nicht jeder hat bock, sich woche für woche diesen quatsch anzutun. dass problematische entscheidungen anstehen bekommt man dann widerum kaum mit. einen text zu verfassen, in dem aufgefordert wird, sich mit dem thema zu beschäftigen bzw sich in die diskussion einzubringen, ist ein schritt in die richtige richtung. nur sollte dieser dann auch zeitnah an adäquater stelle publiziert werden und nicht z.b. per zufall auf der chefdenker-homepage auftauchen.

    III
    ich kann in dem songtext keine explizite gewalt entdecken. die möglichkeit ist zwar selbstredend gegeben, genausogut kann ankacken, ankotzen, anale penetration, oralverkehr etc aber auch in gegenseitigem einverstädnnis geschehen.
    wer mit sex PER SE ein problem hat, ist evlt beim psychiater besser aufgehoben als auf solchen plena.

    IV
    ich hab mich auf das konzert gefreut – auf den angekündigten nachholtermien hab ich jetzt wenig bock, da dort wahrscheinlich der sexistische mob sein ressentiment gegen linksfaschisten und pc-polizisten hemmungslos herausposaunen wird. schade.

  21. 21 delete yourself, pleaze!!! 08. Dezember 2010 um 13:56 Uhr

    Ich frage mich was ihr alle habt.
    So ganz genau weiß doch kein Mensch bescheid, warum die Chefdenker das Konzert abgesagt haben. Für mich geht das aus ihrem Kommentar nicht heraus. Desweiteren scheinen Sie auch kein Problem mit dem Juzi an sich zu haben da sie das Konzert im nächsten Jahr nachholen wollen.

  22. 22 Scheißverein 08. Dezember 2010 um 15:17 Uhr

    Dass einer Band aus irgdneinem Grund der Auftritt abgesagt wird ist eine Sache. Dass die VeranstalterInnen eine Band darum bitten einen bestimmten Song nicht zu spielen ist allerdings wirklich lächerlich. Da überrascht mich die Reaktion der Chefdenkern überhaupt nicht.
    Und da jetzt hier die ganze „Grenzeüberschreitungs“debatte wieder aufgerollt wird: Die letzten JuzI Techno/Electro Parties waren voll mit zugedröhnten, ekelhaften Kerlen, die wahrscheinlich direkt aus dem Savoy zum billigen Saufen vorbeigekommen sind, rassistische und sexistische Sprüche en masse geklopft, Frauen begafft und die gane „Party“ versaut haben. Welche nennenswerten, bzw. produktiven Konsequenz wurden daraus gezogen?
    Dagegen ist ein Chefdenker-Konzert ja nun wirklich nix, für Menschen mit Humor und Ironieverständnis sowieso nicht.

  23. 23 cyberpunk 08. Dezember 2010 um 15:42 Uhr

    @fork:

    Ich habe ebenso wie Du ein Problem mit dem von Dir besagtem „sexistischen Mob“, nur wundert es mich schon lange nicht mehr, wenn ziemlich korrekte Menschen (subjektiv betrachtet…) irgendwann so dermaßen die Schnauze voll haben, dass eine Trotzreaktion, eine „Jetzt erst Recht“-Haltung entsteht, die gar nicht hervorgerufen würde, wenn man(n) nicht wegen jedem Hühnerschiss eingeengt und niedergemacht würde, weil ein paar pseudo-korrekte FickerInnen es sich zur Lebensaufgabe machen, bei Alles und Jedem Fehler und Fehlverhalten, auf geradezu zwanghafte Art und Weise, zu suchen.

    Und zum Ressentiment des „sexistischen Mobs“:

    Dem Ressentiment liegt regelmäßig das Gefühl dauernder Ohnmacht gegenüber erlittener Ungerechtigkeit und Niederlage oder persönlichen Zurückgesetztseins zugrunde. (via Wikipedia)

  24. 24 fork 08. Dezember 2010 um 16:24 Uhr

    @cyberpunk:

    trotzreaktionen mögen ja menschlich oft nachvollziehbar sein. ob sie in diskussionen bzw politischen auseinandersetzungen hilfreich sind wage ich jedoch zu bezweifeln.
    nur weil antisexisten mal wieder durchdrehen muss ich mich ja nicht explizit sexistisch gerieren.

    der ausdruck „sexistischer mob“ fasst sicherlich nicht ganz, was ich meine, da hast du schon recht. in meinen erwartungen werden auch subjektiv korrekte menschen durch trotzreaktionen ein unerträgliches klima schaffen. (gesetzt den fall, dass das konzert an anderer stelle als im juzi stattfindet. im juzi selber kann dieses szenario hoffentlich noch abgewendet werden)

    was mir das wikipedia-zitat mitteilen soll ist mir schleierhaft.
    natürlich entspringen trotzreaktion und ressentiment subjektiv empfundenem unrecht und der ohnmacht dagegen. ob dies berechtigt ist steht auf einem anderen blatt papier. wie du es schilderst mag es vorkommen, viel zu oft ist es aber auch nichtzurkenntnisnahme oder nichtverstehen der argumentation, welches dann den kritikern zur last gelegt wird.

  25. 25 TF 08. Dezember 2010 um 16:45 Uhr

    nur mal so,
    Gewalt gegen Menschen ist etwas ganz anderes als gegen Autos, und Linksfaschisten gibt es nicht. Und es war ja wohl kein Verbot sondern eine Bitte das lied nicht zu spielen, Chefdenker wurden nur darauf aufmerksam gemacht, dass bestimmt nicht jeder im Publikum bock auf die Art von Ironie hat und dass sie sich bestimmt auf lange Diskusionen nach dem Konzert hätten vorbereiten können, wenn sie das Lied spielen.
    Und mir sind Leute die im Vorfeld von etwas rummeckern um einiges lieber, als die, die hinterher immer rumschreien.

  26. 26 cyberpunk 08. Dezember 2010 um 17:26 Uhr

    @TF: Ich guck‘ mal in die Glaskugel. Die zeigt mir: Chefdenker hätten gespielt und niemand hätte sich im Nachhinein wegen eines Songs, den Chefdenker vermutlich gar nicht gespielt hätten, beschwert und alle hätten ein super Konzert erlebt. Wie auch immer – der Song ist sieben Jahre alt, Chefdenker haben gerade ein neues Album herausgebracht und noch mind. 80 andere Songs, die sie hätten spielen können. So wird wieder ein Fass aufgemacht, dass keinen Boden hat und am Ende der Geschichte fühlt sich eine Handvoll Kritiker bestätigt und die anderen 99% gucken in die Röhre.

    @fork: Du hast exakt den Knackpunkt angesprochen – das (angebliche) Nichtverstehen. Hier gehen die Wege dann letztendlich auseinander. Die Kritiker vermuten, ihre Kritik würde auf Wissen beruhen, und darauf, sie würden absolut richtig mit ihrer Kritik liegen. Das ist in etwas so, als müsste man den „Nichtverstehern“ dies nur noch irgendwie klar machen, bis diese sich der Interpretation der Kritiker beugen. Andersherum, also die Kritiker von ihrem Standpunkt abzubringen, steht gar nicht zur Debatte, denn es sind die Angegriffenen, die sich erst einmal rechtfertigen müssen. Und das die Angegriffenen meist soviel reden können, wie sie wollen und sich nichts am Standpunkt der Kritiker ändert, kennen sicher verdammt viele von Euch aus diversen Diskussionen. Eine Kritik in den Raum stellen ist einfach, wenn es sich um eine subjektive Interpretation handelt. Sich dagegen zu wehren, fast zwecklos.

  27. 27 Timo 08. Dezember 2010 um 19:18 Uhr

    Zumindest haben Chefdenker das geschafft, was sie mit ihrem Text bewirken wollten…
    Ein guter Text sorgt für Diskussion…
    Wer aber anhand dieses Textes in Depressionen oder Traumata verfällt hat noch entwas aufzuarbeiten, denn er wird früher oder später, auüßerhlab des „antifaschistischen“ Schutzwalls des JUZI noch früh genug auf viel schlimmere Dinge stoßen, als einen Text, der, wie gesagt Bürgerliches Leben und familiäre Gewalt beinhaltet, wie sie, wie o.g. so oft leider vorkommt.Ja über Polizeigewalt hat fast jede Punkapelle ein Lied im Repertoire und diese kann auch im nachhinein starke psychische Schäden, wie Angstzustände etc verursachen…das wird aber nicht diskutiert….komisch oder? diese Themen lassen sich ausweiten bis zum „geht nicht mehr“
    Ich denke hier wird einfach ein persönlicher Wille aufgeZWÄNGT
    und deshelb…

    Gibt es Linksfaschisten ….und zwar sind das jene Menschen, die ihren Willen/Ideologie/Perversion in Form von Sanktionen/Konsequenzen/Gewalt anderen aufzwängen…diejenigen, die einen so geringen Horizont und Toleranz im Hirn haben, dass sie alle, die bspw Fleischesser als Nazis beschimpfen (Ist im Juzi nicht nur einmal vorgekommen)
    und das ich mich persönlich so dermaßen aufrege ist nicht „genau“ diese Situation, sondern das generelle PC-gehabe in Göttingen…
    Die kleinen möchtegern Szenepolizisten, die Punker mit nem OHL-Shirt fotografieren…. die etlichen, die Hausverbot haben….diejenigen, die wahrscheinlich hausverbot bekommen werden
    Das ist ein Grundsatz der da nicht ganz stimmt….und ja, wer das nicht verstehen will befindet sich vllt nicht an dem richtigen Ort…und deshlab haben sich meine Besuche dort auch um 90% verringert

  28. 28 blupp 09. Dezember 2010 um 12:04 Uhr

    bitte leute,

    vorweg: ich beutz jetz mal das „ihr“, was zugegebenermaßen ziemlich verallgemeinernd ist. wer sich dann dadurch angesprochen fühlt, kann ja mal gucken, ob das inhaltlich auch so passt mit meinem geschreibe…

    nochmal der hinweis: wenn ihr die ganze geschichte diskutieren wollt – was ja richtig ist, wenn ihr ziemlich angegessen vom dem ganzen ablauf seid; bin ich auch, ich hab mich auf chefdenker tierisch gefreut – dann tut das bitte auf ner sachlichen ebene. dann diskutiert über grenzen von ironie, diskutiert über das, was ihr im juzi wollt und was nicht, diskutiert aber genauso über das, was persönliche grenzen seien können oder sind und wodurch diese verletzt werden oder wo das eben nicht geltend gemacht werden kann. gerne auch am gegenstand – „facetten der liebe“.
    aber tut das 1. nicht hier, wo jeder knallkopp mitlesen und -schreiben kann und dieses ätzende über-leute-reden-nicht-mit-ihnen standard ist. Geht zum KO oder benutzt für allgemeine statements die gödru.
    und 2. macht das ernsthaft. das ist doch quatsch hier irgendwelche scheindiskussionen darüber loszutreten, wer warum sich durch die expliziten darstellungen in „facetten der liebe“ gestört fühlt. wichtig ist für mich die frage, ob das, was im statement des KO’s steht ausreicht, um zu fordern das lied nich zu spielen. mich interessiert aber echt nicht, ob die (wer auch immer das sein soll…) das gefordert haben, weils aus einem antisexistischen verständnis passiert, weil punks in ohl-shirts fotografiert werden, fleischesserInnen nazis seien oder obwohl electro-parties genauso scheiße sind, wie „facetten der liebe“. das interessiert mich nicht, denn davon steht kein wort im statement und ist damit reine projektion. sich darüber aufzuregen ist quatsch, weils einerseits scheinargumente sind und zweitens damit gängige – der begriff fiel schonmal in einem anderen post – resentiments hervorgeholt werden, welche mit der absage vom konzert erstmal nix zu tun haben. das aber zu behaupten ist, da argumentationsfrei, dieselbe befindlichkeitsfixierte scheiße, welche hier wahlweise irgendwelchen abstrakten antisexistInnen, linksfaschistInnen oder dem KO vorgeworfen wird.

    davon ab: das juzi ist kein dienstleister. aufs KO nicht zu gehen – das geht ja auch noch im Nachhinein, wenn man Sachen besprochen haben will – und im internet schmollen, dass dort nich das gemacht wird, wat man will: so what

  29. 29 Scheißverein 09. Dezember 2010 um 20:32 Uhr

    @blupp:
    Eine sachliche Diskussion über Ironie und die damit verbundenen (persönlichen) Grenzen außerhalb des Internets könnte sinnvoll und interessant sein. Die Leute, die Lust drauf haben, können eine solche Aktion gerne starten.
    Ich bin jedoch der Meinung, dass dieser Blog eine vorzügliche Institution ist, in der jeder mal spontan seine Gedanken zu dieser ganzen Chefdenker Geschichte ablassen kann. Das soll keine Diskussion auf hohem Level ergeben.
    Zudem denke ich, dass der Ablauf der ElectroParties im JuzI und die Absage des Konzertes sehr wohl etwas miteinander zutun haben und ersteres keine Projektion ist. Denn wenn man schon bei der großen (Anti)Sexismus-Debatte angelangt ist, dann muss man sie im Bezug aufs JuzI (und sowieso im Bezug auf alles und jeden) auch im Ganzen führen, da gehören Parties ebenso wie „sexistische“ Punkbands mit dazu. Denn Grenzen werden scheinbar in beiden (und noch X-tausen anderen) Fällen überschritten, oder eben auch nicht.
    Dass das JuzI kein Dienstleister ist, stellt hier niemand in Frage. Zum KO zu gehen und dort seinen Standpunkt vorzutragen ist jedoch einfacher gesagt als getan. Das weiß jeder, der es einmal versucht hat. Außerdem ist das KO, bzw. „das JuzI“ doch überhaupt nicht das Problem. Sie haben das Konzert abgesagt, was meiner Meinung nach eine lachhafte Aktion war. Die Frage lautet jedoch: Warum mussten sie das Konzert absagen? Weil irgendwelche Menschen, die dieses Spektakel wahrscheinlich eh nicht besucht hätten, ihr Wissen ausbreiten mussten, um so wenigstens scheinbar etwas zur Emanzipation beizutragen. Dies kriegen sie in ihrem alltäglichen Leben anscheinend nicht gebacken.

  30. 30 Timo 10. Dezember 2010 um 20:17 Uhr

    Ich habe nur das Gefühl, die Meinung anhand der Konsequenz aufgezwungen zu bekommen….und gezwungen bin diese Grenze zu tolerieren…zum Glück heißt Toleranz nix weiter als gewähren lassen, was meiner Meinung nach an dieser Stelle schon zu nett klingt, wenn man mal wieder interpretiert, Dinge umdeutet und so sieht, wie man es gerade sehen will/muss/Held_in spielen…Auf mich wirkt das, wie ein innerlicher Zwang in allem einen politischen/sexistischen Inhalt zu suchen…und ja, wer bakanntlicht sucht, der findet auch…der findet auch auf Hela Gewürzketchup so etwas und sollte somit sich in den Keller einschließen, um sich und andere nicht zu gefärden
    Ich habe dennoch die Hoffnung, dass es in Zukunft besser läuft und der Mensch lernfähig ist

  31. 31 der dude 11. Dezember 2010 um 11:30 Uhr

    zum glück hat chefdenker den mist nicht mitgemacht. ein großer akt der freiheit und selbstbestimmung, wenn man einer band vorzuschreiben versucht, welche lieder zumutbar sind für das publikum.
    im ernst: geht’s noch?! wenn sich jemand von den texten angegriffen fühlt (ist ja auch o.k. so), dannn… naja, ist vielleicht ein chefdenker konzert schlicht nicht der richtige platz. da kann man genauso gut zum bierfestival gehen und die veranstalter darum bitten, auf alkohol zu verzichten- auch das wird nicht passieren. natürlich hat man dazu auch das recht, denn alkohol mag für einige eine grenzüberschreitung sein. für andere aber nicht und man hat nunmal nicht das verdammte recht, anderen vorzuschreiben, was die zu hören/denken/essen/trinken und wie sie wann und wie mit wem sex haben sollen.
    wenn man sich durch eine veranstaltung gestört fühlt, bleibt man weg. oder protestiert davor.
    aber bitte, bitte, bitte versucht nicht, euren geschmack anderen aufzudrängen und damit die kunst- und meinungsfreiheit einzuschränken.

    zensur bleibt zensur auch wenn da noch so hehre ziele hinter stehen.

    ps: ich nutze lediglich für den einfacheren lese- und vorallem schreibfluss die männlichen grammatikformen, bevor gleich das sexist! nazi! geschrei losgeht.

  32. 32 kennste 11. Dezember 2010 um 12:23 Uhr

    Einfach nur „Mensch“, nicht „DER Mensch“. Sonst isses sexistisch :D:D:D

    tut mir leid. Ich hab leider nichts neues mehr hinzuzufügen. Alles wurde gesagt und gestern war ein Scheißtag!

  33. 33 bei solchen diskussionen 15. Dezember 2010 um 5:49 Uhr

    frag ich mich ernsthaft was die Leute, die die Entscheidung des Plenums bashen in einer Linken verloren haben.
    Das Recht auf eigenes Konzerterleben vor dem Recht anderer nen Konsens zu bilden was in ihren Räumen geht und was nicht, bitte?
    Ich hab die Band auftreten sehen, sehs eher als blöden Macker/Provopunk der alten Schule und damit die Entscheidung ausgezeichnet.
    Die Reaktion auf eine Bitte(!) hin direkt auf pöse Zensur zu machen und Konzerte abzusagen entspricht dem. Wenn ihr deswegen rumjammern wollt, jammert doch die Band an, dann triffts immerhin die richtigen.

  34. 34 cyberpunk 15. Dezember 2010 um 18:40 Uhr

    Ah, so nach dem Motto „Du bist mit der Entscheidung des hohen Rats nicht zufrieden? Entferne dich bitte vom Hof!“, oder was?

    Stimmt, es gibt ja nur die linke Szene und alles was da laut DEINER subjektiven Meinung abweicht, hat da nichts verloren – cool.

    Und wem gehören denn überhaupt die Räume? Dem K-O? Den Leuten, die dort eine bezahlte Stelle inne haben? Jedem, der sich dort einbringen will? Oder der Stadt Göttingen, die das Haus finanziell trägt? Keinem?

    Und den Leuten „Jammern“ vorzuwerfen ist doch nur ein Beleg dafür, dass Du deren Kritik nicht mal ansatzweise nachvollziehen kannst.

  35. 35 kennste 15. Dezember 2010 um 19:25 Uhr

    Und wer redet hier überhaupt von der linken Szene? Ich für meinen Teil rede über Musik und Spießer. Nimm deine Szene und geh nach Hause.

  36. 36 ich versteh nix mehr.... 07. Januar 2011 um 14:02 Uhr

    Also wirklich,
    ich hab Chefdenker mittlerweile schon 4x live gesehen, ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie dabei je „Facetten der Liebe“ gespielt hätten… Aber selbst wenn, meiner bescheidenen Meinung nach, ist dieses Lied weder sxistisch oder anti-emanzipatorisch. Wer reflexartig auf so einen Text mit solchen Vorwürfen reagiert ist mindestens merkwürdig, wahrscheinlich eher verbohrt oder paranoid. Wer Ironie nicht versteht, tut mir leid… Und wie einer der Vorschreibe schon meinte, selbst ankacken und Samen schlucken während der Sportschau kann in gegenseitigem Einverständnis geschehen.
    Und ich als Bandmitglied hätte mich einem solchen Zensurversuch auch nicht gebeugt, wahrscheinlich eher „90 Minuten ´Facetten der Liebe´ mit runtergelassenen Hosen“ gespielt, mit dem schönen Shirt der Antifa mit dem Aufdruck, der da lautet:
    LOVE SEX, HATE SEXISM!!!

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